Kurz gesagt: Wenn deine Website keine Kunden bringt, liegt es fast immer an einer von zwei Ursachen: Es kommt niemand an, oder es kommen die Falschen an. Beide Fälle sehen von außen gleich aus, brauchen aber völlig unterschiedliche Lösungen. Die Google Search Console sagt dir innerhalb von zehn Minuten, welcher Fall bei dir vorliegt.

Zuerst: welches Problem hast du überhaupt?

Bevor du irgendetwas änderst, brauchst du diese eine Zahl: Wie viele Menschen kommen im Monat über Google auf deine Website?

Öffne die Google Search Console, gehe auf „Leistung“ und stell den Zeitraum auf drei Monate. Dort stehen Klicks und Impressionen.

  • Unter 50 Klicks im Monat: Du hast ein Sichtbarkeitsproblem. Es kommt schlicht niemand.
  • Über 200 Klicks, aber keine Anfragen: Du hast ein Umwandlungsproblem. Es kommen Leute, nur werden sie keine Kunden.
  • Dazwischen: meistens beides, mit Schwerpunkt auf der Sichtbarkeit.

Ohne diese Unterscheidung reparierst du oft die falsche Seite. Ein besseres Kontaktformular hilft nicht, wenn niemand die Seite sieht.

Fall 1: Es kommt niemand

Der häufigere Fall, besonders bei neueren Websites. Fünf Ursachen decken fast alles ab.

Google kennt deine Seiten nicht

Klingt banal, kommt aber oft vor. Nach einem Relaunch bleibt in WordPress gern der Haken stehen, der Suchmaschinen aussperrt. Manchmal blockiert eine robots.txt ganze Bereiche.

Prüf in der Search Console unter „Seiten“, wie viele deiner Seiten indexiert sind. Steht dort eine kleine Zahl, hast du die Ursache gefunden.

Deine Seiten zielen auf niemanden

Viele Websites bestehen aus einer Startseite, einer Seite über das Unternehmen, einer Leistungsseite und einem Kontaktformular. Keine dieser Seiten beantwortet eine Frage, nach der jemand sucht.

Menschen suchen nicht nach „Leistungen“. Sie suchen nach „was kostet eine Dachsanierung“ oder „Steuerberater Kassel Kleinunternehmer“.

Du zielst auf zu große Begriffe

Wer als kleiner Betrieb auf „Rechtsanwalt“ zielt, kommt nie an. Die Plätze sind seit Jahren besetzt.

Der Weg führt über lange, spezifische Anfragen mit weniger Wettbewerb. Sie bringen weniger Besucher, aber die richtigen.

Es gibt zu wenig Inhalt

Eine Website mit fünf Seiten kann für fünf Themen ranken. Wer für dreißig Fragen gefunden werden will, braucht dafür Seiten.

Die Seite ist zu langsam oder mobil unbrauchbar

Google bewertet die mobile Version. Wenn die auf dem Handy vier Sekunden lädt, kostet das Position und Besucher zugleich.

Fall 2: Es kommen die Falschen

Du hast Besucher, aber keine Anfragen. Hier liegt es selten an der Technik.

Die Suchabsicht passt nicht

Sieh dir in der Search Console an, über welche Suchanfragen die Leute kommen. Wenn dort vor allem Informationsfragen stehen und keine Kaufabsicht, bekommst du Leser statt Kunden.

Das ist nicht falsch, aber es braucht einen zweiten Schritt: Inhalte, die den Weg vom Lesen zur Anfrage bahnen.

Die Seite sagt nicht, was sie will

Auf vielen Websites steht am Ende ein „Kontakt“ im Menü. Sonst nichts. Kein Satz, der sagt, was als Nächstes passieren soll.

Jede wichtige Seite braucht einen klaren nächsten Schritt und die Angabe, was danach kommt. „Schreib mir, ich antworte in zwei Werktagen“ wirkt anders als ein Formular ohne Kontext.

Es fehlt der Grund, dir zu vertrauen

Menschen fragen nicht an, wenn sie unsicher sind. Bewertungen, echte Fotos, Namen, Zahlen, Beispiele aus der Praxis. Archivbilder und Floskeln bewirken das Gegenteil.

Der Preis bleibt ein Rätsel

Wer keine Größenordnung nennt, verliert alle, die ihr Budget einschätzen wollen. Eine Spanne genügt. Sie filtert außerdem die Anfragen heraus, die ohnehin nicht gepasst hätten.

Der Weg zur Anfrage ist zu lang

Ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern schreckt ab. Frag am Anfang nur das, was du für eine erste Antwort wirklich brauchst.

Was du diese Woche prüfen kannst

Sieben Punkte, eine Stunde, kein Werkzeug außer der Search Console.

Kurze Selbstprüfung
PrüfungWoran du siehst, dass es passt
IndexierungFast alle wichtigen Seiten stehen in der Search Console als indexiert.
SuchanfragenUnter deinen Top-Anfragen stehen Begriffe mit Kaufabsicht.
StartseiteIn den ersten drei Sekunden ist klar, was du anbietest und für wen.
Nächster SchrittAuf jeder wichtigen Seite steht, was der Leser jetzt tun kann.
VertrauenBewertungen, echte Bilder, konkrete Beispiele sind sichtbar.
PreisMindestens eine Größenordnung steht irgendwo auf der Seite.
MobilDie Seite lädt am Handy schnell und ist ohne Zoomen bedienbar.

Warum ein Relaunch selten die Lösung ist

Der erste Reflex bei ausbleibenden Anfragen ist oft eine neue Website. In den meisten Fällen ist das die teuerste Variante mit dem kleinsten Effekt.

Eine neue Website ändert das Aussehen. Sie ändert nicht, für welche Suchanfragen du gefunden wirst, und sie schreibt keine Inhalte. Nach dem Relaunch kommen genauso wenige Besucher wie vorher, nur auf einer schöneren Seite. Welche Kosten einer Website dabei entstehen, steht im eigenen Ratgeber, und die Zahl lohnt den Blick, bevor du sie ausgibst.

Schlimmer noch: Ein schlecht gemachter Relaunch kostet Rankings, weil URLs sich ändern und Weiterleitungen fehlen.

Sinnvoll ist ein Neubau, wenn die Technik am Ende ist, das System keine vernünftige Struktur zulässt oder die Seite mobil unbrauchbar ist. Sonst kommst du mit Überarbeiten schneller und günstiger ans Ziel.

Die Reihenfolge, die ich empfehle

  • Erst messen: Search Console einrichten und drei Monate ansehen.
  • Dann Blockaden lösen: Indexierung, Ladezeit, mobile Bedienbarkeit.
  • Dann Absicht treffen: Seiten für Fragen bauen, nach denen wirklich gesucht wird.
  • Dann Vertrauen zeigen: Bewertungen, Beispiele, Preise, Gesichter.
  • Zuletzt den Weg glätten: kurzes Formular, klarer nächster Schritt.

Diese Reihenfolge ist nicht beliebig. Ein besseres Formular auf einer unsichtbaren Seite verbessert nichts.

Wenn du das selbst angehen willst, steht die ausführliche Anleitung im Beitrag SEO selber machen. Wenn dafür die Zeit fehlt, sieh dir die laufende SEO-Betreuung in Kassel und Nordhessen an. Soll ich zuerst draufschauen, nutze den kostenlosen Website-Check.

Häufige Fragen zu Websites ohne Anfragen

Meine Website ist neu und bringt nichts. Ist das normal?

In den ersten Monaten ja. Eine neue Domain braucht meist sechs bis zwölf Monate bis zu verlässlichem Traffic. Warum das so ist, steht im Beitrag Wie lange dauert SEO.

Ich habe Besucher, aber niemand meldet sich. Woran liegt das?

Meistens an der Suchabsicht oder am fehlenden nächsten Schritt. Prüf zuerst, über welche Anfragen die Leute kommen. Wenn dort keine Kaufabsicht dahintersteckt, fehlt der Zwischenschritt und nicht das Formular.

Sollte ich lieber Anzeigen schalten?

Anzeigen lösen das Sichtbarkeitsproblem sofort, aber nur solange du zahlst. Sinnvoll sind sie als Brücke oder als Test, ob deine Seite überhaupt umwandelt. Mehr dazu auf der Seite zu Google Ads.

Wie viele Besucher brauche ich für eine Anfrage?

Bei Dienstleistungen sind ein bis drei Prozent Anfragequote eine übliche Größenordnung. Bei hundert Besuchern im Monat sind das ein bis drei Anfragen. Wer zehn erwartet, braucht mehr Besucher und nicht ein besseres Formular.

Bringt ein Chatbot mehr Anfragen?

Selten. Ein Chatbot behebt kein Sichtbarkeitsproblem und ersetzt kein Vertrauen. Auf einer Seite, die ohnehin schon Anfragen bekommt, kann er die Hürde etwas senken.

Wie lange dauert es, bis Änderungen wirken?

Änderungen an der Umwandlung wirken sofort, weil sie den nächsten Besucher betreffen. Änderungen an der Sichtbarkeit brauchen Wochen bis Monate, weil Google erst neu bewerten muss.

Zuletzt aktualisiert am 16. September 2026.

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