SEO selber machen: die Reihenfolge, die wirklich funktioniert

Kurz gesagt: SEO selber machen funktioniert, wenn du dir eine feste Reihenfolge vornimmst und sie über Monate durchhältst. Fang mit Technik und Search Console an, dann Suchbegriffe, dann Inhalte, dann interne Verlinkung. Rechne mit zwei bis vier Stunden pro Woche. Das Wissen ist der kleinere Teil, das Dranbleiben der größere.
Kannst du SEO wirklich selbst machen?
Ja. Das meiste, was auf kleinen und mittleren Websites wirkt, ist lernbar und kostet nichts außer Zeit.
Zwei Dinge sind allein wirklich schwer. Erstens einzuschätzen, welche Suchbegriffe für dich erreichbar sind. Zweitens über sechs Monate dranzubleiben, wenn nichts passiert. Das zweite Problem ist das größere.
Wenn du dir zwei bis vier Stunden pro Woche freihalten kannst, lohnt der Anfang auf jeden Fall. Und du wirst danach jedes Angebot besser beurteilen können.
Die Reihenfolge unten ist nicht beliebig gewählt. Sie folgt dem, was tatsächlich am schwersten wiegt: Welche Google Ranking Faktoren wie viel ausmachen, habe ich anhand einer Befragung von 131 Fachleuten und der Aussagen aus Googles eigener Dokumentation aufgeschrieben.
Schritt 1: Messung aufsetzen, bevor du irgendetwas änderst
Ohne Startwert kannst du später nicht sagen, ob etwas gewirkt hat. Deshalb kommt die Messung zuerst.
- Richte die Google Search Console ein und bestätige deine Domain.
- Reiche deine Sitemap ein, meist erreichbar unter /sitemap_index.xml oder /wp-sitemap.xml.
- Installiere eine Statistik, entweder Google Analytics oder eine datensparsame Alternative.
- Notiere dir heute: Klicks, Impressionen und durchschnittliche Position der letzten drei Monate.
Die Search Console ist das wichtigste Werkzeug in diesem Text. Sie zeigt dir, für welche Suchanfragen du bereits erscheinst, und darauf baut fast alles Weitere auf.
Schritt 2: Technische Blockaden beseitigen
Kein Inhalt der Welt hilft, wenn Google die Seite nicht lesen darf. Diese Prüfung dauert eine Stunde und verhindert monatelanges Rätselraten.
- Indexierung: Prüfung in der Search Console unter „Seiten“, welche Seiten drin sind und welche nicht.
- Der WordPress-Haken: Kontrolle unter Einstellungen, Lesen. Der Haken „Suchmaschinen davon abhalten“ darf nicht gesetzt sein.
- Datei robots.txt: Blick auf deine-domain.de/robots.txt, ob dort etwas Wichtiges gesperrt ist.
- Ladezeit: Test der wichtigsten Seiten mit PageSpeed Insights. Große Bilder sind fast immer die Ursache.
- Mobil: Ansicht auf dem Handy. Google bewertet die mobile Version.
- HTTPS: Pflicht. Aufrufe über http müssen auf https weiterleiten.
Schritt 3: Suchbegriffe finden, die du erreichen kannst
Hier machen die meisten den teuersten Fehler: Sie nehmen sich den größten Begriff der Branche vor und kommen nie an.
Fang mit dem an, wofür du schon erscheinst
In der Search Console findest du unter „Leistung“ alle Suchanfragen, bei denen du bereits auftauchst. Sortiere nach Impressionen und sieh dir alles an, was auf Position 8 bis 25 steht.
Diese Begriffe sind Gold. Google hält dich schon für halbwegs passend. Eine überarbeitete Seite bringt dich hier schneller nach vorn als jeder neue Text.
Sammle die Fragen deiner Kundschaft
Was wirst du am Telefon gefragt? Was steht in E-Mails vor dem ersten Auftrag? Genau danach wird auch gesucht, oft wortwörtlich.
Prüfe, ob es Nachfrage gibt
Der Google Keyword Planner ist kostenlos, wenn du ein Google-Ads-Konto anlegst. Er zeigt grobe Volumenbereiche, und die reichen für den Anfang.
Bevorzuge lange, spezifische Anfragen. „Was kostet eine Dachsanierung in Kassel“ ist erreichbar, „Dachdecker“ nicht.
Ordne jeden Begriff einer Seite zu
Ein Begriff, eine Seite. Sobald zwei Seiten dasselbe wollen, entscheidet Google selbst, welche es zeigt, und trifft selten deine Wahl.
Schritt 4: Seiten schreiben, die eine Frage beantworten
Für jede Seite gilt derselbe Aufbau, egal ob Ratgeber oder Leistungsseite.
- Titel: enthält den Suchbegriff, bleibt unter etwa 60 Zeichen und klingt nach einer Antwort.
- Erster Absatz: beantwortet die Frage in zwei bis drei Sätzen. Keine Einleitung davor.
- Eine H1: die Hauptüberschrift der Seite, genau einmal.
- H2 als Fragen: jede Zwischenüberschrift ist eine Frage oder eine klare Aussage.
- Kurze Absätze: zwei bis vier Sätze. Alles darüber liest niemand am Handy.
- Belege: Zahlen mit Quelle und Datum.
- Ein nächster Schritt: am Ende steht, was der Leser jetzt tun kann.
Schreib für den Menschen, nicht für die Maschine. Ein Text, der den Suchbegriff zwölfmal wiederholt, wirkt genau so, wie er entstanden ist.
Schritt 5: Deine Seiten miteinander verbinden
Interne Links sind der am meisten unterschätzte Hebel, und sie kosten nichts.
Verlinke aus jedem neuen Beitrag zwei bis vier andere Seiten, die inhaltlich dazugehören. Nutze dabei einen beschreibenden Linktext, nicht „hier klicken“.
Wichtig ist die Richtung: Deine Ratgeber sollten auf die Seiten zeigen, mit denen du Geld verdienst. So sammelt ein Beitrag Besucher ein und leitet sie weiter.
Schritt 6: Wenn du lokal arbeitest, das Google-Profil
Für Betriebe mit Kundschaft aus der Region ist das Google-Unternehmensprofil oft der schnellste Hebel überhaupt, schneller als jede Website-Änderung.
Vollständige Kategorien, echte Fotos, korrekte Öffnungszeiten, regelmäßige Beiträge und ein Weg, auf dem Bewertungen hereinkommen. Die Schritte im Einzelnen stehen in meiner Anleitung Google-Unternehmensprofil optimieren.
Ein Wochenplan, den du durchhältst
Zwei bis vier Stunden pro Woche reichen, wenn sie verlässlich stattfinden.
| Woche | Aufgabe | Zeit |
|---|---|---|
| Woche 1 | Search Console prüfen, eine bestehende Seite überarbeiten | 2 Stunden |
| Woche 2 | Einen neuen Beitrag schreiben und veröffentlichen | 3 Stunden |
| Woche 3 | Interne Links setzen, Google-Profil pflegen | 2 Stunden |
| Woche 4 | Zahlen notieren, nächsten Monat planen | 1 Stunde |
Trag es dir als festen Termin ein. Ohne Termin verschwindet es hinter dem Tagesgeschäft, und zwar zuverlässig.
Wofür sich das Budget selten lohnt
- Links kaufen: ein Risiko ohne verlässlichen Nutzen.
- Verzeichnis-Massen: hundert Einträge in irrelevanten Portalen bringen nichts.
- Keyword-Dichte: eine Kennzahl aus einer anderen Zeit.
- Teure Tools am Anfang: Search Console und Keyword Planner reichen für das erste halbe Jahr.
- Texte per Knopfdruck: Was ohne dein Fachwissen entsteht, steht so schon zwanzigmal im Netz.
Wann du dir Hilfe holen solltest
Nicht weil es zu kompliziert wäre, sondern weil die Zeit fehlt. Das ist der ehrliche Grund, und er reicht völlig.
Ein zweiter Grund: Wenn du sechs Monate sauber gearbeitet hast und sich weder Impressionen noch die Zahl der Suchbegriffe bewegen. Dann steckt meist ein technisches oder strukturelles Problem dahinter, das von außen schneller sichtbar wird.
Wie eine laufende Betreuung dann aussieht, steht auf der Seite zur laufenden SEO-Betreuung in Kassel.
Häufige Fragen zu SEO in Eigenregie
Wie viele Stunden pro Woche brauche ich?
Zwei bis vier Stunden reichen für eine kleine Website, wenn sie regelmäßig stattfinden. Ein Marathon an einem Wochenende bringt weniger als eine Stunde pro Woche über ein halbes Jahr.
Welche Tools brauche ich zum Start?
Google Search Console, Google Keyword Planner und PageSpeed Insights. Alle drei kostenlos. Ein bezahltes Tool lohnt erst, wenn du regelmäßig Wettbewerber vergleichst.
Reicht ein SEO-Plugin?
Ein Plugin wie Rank Math oder Yoast hilft bei Titeln, Beschreibungen und strukturierten Daten. Es schreibt aber keine Inhalte und findet keine Suchbegriffe. Sieh es als Werkzeugkasten, nicht als Handwerker.
Wie erkenne ich, ob es funktioniert?
An vier Werten in der Search Console: indexierte Seiten, Impressionen, Zahl der Suchbegriffe und durchschnittliche Position. Die bewegen sich Monate vor den Anfragen.
Was mache ich zuerst, wenn ich nur eine Stunde habe?
Search Console einrichten und nachsehen, welche deiner Seiten auf Position 8 bis 25 stehen. Nimm die mit den meisten Impressionen und überarbeite sie. Kein anderer Einstieg bringt in einer Stunde mehr.
Zuletzt aktualisiert am 16. September 2026.


