Google Unternehmensprofil optimieren: Anleitung für lokale Betriebe (2026)

Wenn jemand „Elektriker Kassel“ oder „Friseur in meiner Nähe“ googelt, zeigt Google ganz oben drei Ergebnisse mit Karte, Bewertungen und Telefonnummer. Das ist das sogenannte Local Pack. Und die Einträge dort kommen aus dem Google Unternehmensprofil.

Wenn du dort nicht auftauchst, gehen diese Anfragen an deine Konkurrenz. Nicht weil die besser sind, sondern weil die ihr Profil gepflegt haben.

Ich richte Google Unternehmensprofile für lokale Betriebe ein und optimiere sie. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du das selbst machen kannst.

Was ist das Google Unternehmensprofil?

Das Google Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist dein kostenloser Eintrag bei Google. Wenn jemand nach deinem Firmennamen oder nach deiner Branche + Ort sucht, erscheint dein Profil rechts in der Google-Suche oder im Local Pack.

Dort sehen potenzielle Kunden auf einen Blick:

Das Profil ist für viele Kunden der erste Kontakt mit deinem Betrieb. Noch bevor sie deine Website besuchen.

Profil anlegen oder beanspruchen

Falls du noch kein Profil hast: Geh auf business.google.com und leg eins an. Du brauchst ein Google-Konto dafür.

Möglicherweise existiert schon ein Eintrag für deinen Betrieb, den Google automatisch erstellt hat. In dem Fall musst du ihn „beanspruchen“, also bestätigen, dass du der Inhaber bist. Das geht per Postkarte, Telefon oder E-Mail, je nachdem was Google dir anbietet.

Verwende den echten Firmennamen. Nicht „Müller Elektrotechnik – Ihr Elektriker in Kassel für Altbausanierung und Notdienst“. Google straft Keyword-Stuffing im Namen ab. Einfach den Namen, der auch auf deinem Firmenschild steht.

Die 8 wichtigsten Optimierungen

01

Kategorie richtig wählen

Die Hauptkategorie ist einer der stärksten Ranking-Faktoren im Local Pack. Wähl die Kategorie, die am genauesten beschreibt, was du machst.

Beispiel: Wenn du Elektriker bist, ist „Elektriker“ besser als „Elektroinstallationsunternehmen“. Such dir die Kategorie, die deine Kunden auch suchen würden.

Du kannst zusätzlich Nebenkategorien hinzufügen, aber übertreib es nicht. 3 bis 5 Kategorien insgesamt reichen.

02

Beschreibung schreiben, die was sagt

Du hast 750 Zeichen. Nutze sie. Aber schreib keinen Marketing-Text, sondern sag konkret, was du machst, wo du es machst und für wen.

Schlecht: „Wir sind ein innovatives Unternehmen mit Leidenschaft für Qualität und Kundenzufriedenheit.“
Gut: „Elektro Müller ist ein Elektrikerbetrieb in Kassel. Wir machen Elektroinstallationen, Altbausanierungen und Smart-Home-Einrichtung für Privathaushalte und kleine Gewerbe in Kassel und Nordhessen. Inhabergeführt, seit 2008.“

Die wichtigsten Suchbegriffe sollten natürlich vorkommen, aber nicht reingestopft wirken.

03

Fotos hochladen (und zwar regelmäßig)

Profile mit Fotos bekommen laut Google 42% mehr Routenanfragen und 35% mehr Klicks auf die Website. Das sind keine kleinen Zahlen.

Was du hochladen solltest:

  • Dein Team (echte Menschen, keine Stock-Fotos)
  • Deine Arbeit (vorher/nachher, Baustellen, fertige Projekte)
  • Deinen Betrieb von außen und innen
  • Dein Logo als Profilbild

Lade nicht einmal 20 Bilder hoch und dann nie wieder. Google bevorzugt Profile, die regelmäßig neue Fotos bekommen. Einmal pro Woche ein neues Foto reicht.

04

Bewertungen sammeln

Bewertungen sind nach der Kategorie das Wichtigste fürs Ranking im Local Pack. Und für den Kunden, der gerade überlegt ob er dich anruft, sind sie oft der entscheidende Punkt.

Wie du an Bewertungen kommst:

  • Frag zufriedene Kunden direkt. Am besten gleich nach dem Auftrag, wenn die Zufriedenheit am höchsten ist.
  • Schick ihnen einen direkten Link zu deinem Bewertungsformular. Den findest du in deinem Profil unter „Bewertung teilen“.
  • Mach es einfach. Je weniger Klicks, desto wahrscheinlicher die Bewertung.

Und: Auf jede Bewertung antworten. Auch auf die guten. Ein kurzes „Danke, hat uns gefreut“ reicht. Bei negativen Bewertungen sachlich bleiben und eine Lösung anbieten. Google sieht, dass du dich kümmerst. Die Leute, die deine Bewertungen lesen, auch.

05

Öffnungszeiten pflegen

Klingt banal, aber falsche Öffnungszeiten sind einer der häufigsten Gründe, warum Kunden abspringen. Jemand fährt zu dir, steht vor verschlossener Tür, hinterlässt eine 1-Stern-Bewertung. Das willst du nicht.

Trag deine regulären Zeiten ein. Und aktualisiere sie an Feiertagen, Urlaub oder bei Änderungen. Google fragt vor Feiertagen sogar aktiv nach, ob sich was ändert. Nutz das.

06

Leistungen und Produkte eintragen

Im Profil kannst du einzelne Leistungen mit Beschreibung und Preis eintragen. Viele Betriebe lassen das leer. Fehler.

Trag ein, was du anbietest. Beispiel für einen Elektriker:

  • Elektroinstallation Neubau (mit kurzer Beschreibung)
  • Altbausanierung Elektrik
  • Smart-Home-Installation
  • Elektro-Notdienst

Google versteht dadurch besser, wofür dein Profil relevant ist. Und wer nach „Smart-Home-Installation Kassel“ sucht, sieht sofort, dass du das anbietest.

07

Beiträge veröffentlichen

Google Beiträge sind wie Mini-Blogartikel direkt in deinem Profil. Du kannst Neuigkeiten, Angebote oder Tipps teilen. Die meisten Betriebe nutzen das nicht, was dir einen Vorteil gibt.

Ein Beitrag alle 1 bis 2 Wochen reicht. Zum Beispiel:

  • „Neues Projekt abgeschlossen: Komplettsanierung Altbau in Kassel-Mitte“ (mit Foto)
  • „Wintercheck für Heizungsanlagen, jetzt Termin sichern“
  • Ein kurzer Tipp zu deinem Fachgebiet

Die meisten Profile haben null Beiträge. Wenn deins regelmäßig was Neues zeigt, fällt das auf. Sowohl bei Google als auch bei Leuten, die sich gerade zwischen dir und dem Wettbewerber entscheiden.

08

NAP-Konsistenz prüfen

NAP steht für Name, Adresse, Phone (Telefonnummer). Diese drei Angaben müssen überall im Internet identisch sein: auf deinem Google-Profil, deiner Website, im Impressum, in Branchenverzeichnissen.

Wenn auf deiner Website „Hauptstraße 12“ steht, im Google-Profil „Hauptstr. 12“ und bei Gelbe Seiten „Hauptstraße 12a“, verwirrt das Google. Und verwirrte Algorithmen zeigen dich seltener an.

Prüf deine Einträge und mach sie einheitlich. Das klingt nach Kleinkram, macht aber einen Unterschied.

Wie lange dauert es, bis sich was tut?

Erste Verbesserungen siehst du oft schon nach 2 bis 4 Wochen. Bis dein Profil im Local Pack für deine wichtigsten Suchbegriffe auftaucht, kann es 2 bis 3 Monate dauern. Das hängt davon ab, wie stark die Konkurrenz in deiner Region ist und wie konsequent du die Optimierungen umsetzt.

Bewertungen machen den größten Unterschied. Ein Profil mit 30 echten Bewertungen und einem Schnitt von 4,7 schlägt fast immer ein Profil mit 3 Bewertungen, egal wie gut der Rest optimiert ist.

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Häufige Fragen

Ist das Google Unternehmensprofil wirklich kostenlos?

Ja, komplett. Google verdient Geld mit Ads, nicht mit dem Profil. Du zahlst nichts für die Erstellung, nichts für die Nutzung.

Brauche ich ein Google Unternehmensprofil, wenn ich schon eine Website habe?

Ja. Das Profil und die Website ergänzen sich. Das Profil bringt dir Sichtbarkeit im Local Pack (Karte + Bewertungen), die Website liefert die Details. Ohne Profil verschenkst du die prominenteste Position in der Google-Suche.

Was mache ich bei einer ungerechtfertigten 1-Stern-Bewertung?

Sachlich antworten, Fakten klarstellen, Lösung anbieten. Wenn die Bewertung gegen Googles Richtlinien verstößt (Spam, falscher Kunde, Beleidigung), kannst du sie melden. Google entfernt aber nicht jede gemeldete Bewertung. Meistens ist eine professionelle Antwort wirksamer als der Versuch, die Bewertung löschen zu lassen.

Kann ich das alles alleine machen?

Grundsätzlich ja. Die Schritte in diesem Artikel kannst du selbst umsetzen. Aber wenn du keine Zeit hast, dich regelmäßig drum zu kümmern, oder du bei Fragen wie Kategorie-Wahl und Wettbewerbsanalyse unsicher bist, kann eine professionelle Einrichtung und Optimierung sinnvoll sein.

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Geschrieben von Radu Malain Gründer von Blixmedia · Professionelle Online-Auftritte für lokale Unternehmen in Kassel & Nordhessen